antoine ferris | [kaaarst] @ hörbar der nmz (de)

Natürlich gibt es immer noch musikalischen Stoff, der überrascht. Schroff und schrill knallt Antoine Ferris mit – whatever it means – [KAAARST]. Obwohl, ja, die Musik klingt wie der Album-Titel. Es «cruncht» da in alle Richtungen, die Musik zersplittert jeweils unvorhersehbar und kreischt gerne. Vor allem ist es laut und auf eine seltsam angenehme Art vollchaotisch. Die Musik springt über Stühle, Tische, versteckt sich unterm Sofa (eher selten). Ein Riesenspaß eigentlich.

Wenn die Stimmen von Natacha Kanga und Louie Z in zwei Stücken hinzutreten, könnte so ein Gefühl von Melancholie aufkommen, fast ein bisschen modisch-apricot! Wäre da nicht diese pausenlose Unruhe des Musikers Antoine Ferris aus Frankreich, der, sie werden es nicht erraten, eigentlich Kontrabass und so was spielen würde, hätte man ihn hier nicht unter Dauerstrom gesetzt.

So ist es auch im Bereich des Rhythmus: Das poltert gewaltig vor sich hin und her. [KAAARST] gehört in die Welt von Noise mit seltenen Ruhephasen, die dann doch, wie sollte es anders sein, konterkariert werden.

Das klappt vorzüglich und bläst einem alles weg, was man so mit logischem Mitdenken einfallen könnte. Dauerüberraschungsmusik, als kramte man in einer Kiste mit buntem Synthie-Zeug und bekäme mal dies, mal das zu Gehör. So steht unter Genres im Bandcamp-Katalog: experimental music, noise, impro, hip hop, industrial, pop.

Ja, das ist anstrengend. Aber so muss das! Es darf ästhetisch geballert werden, was das Zeug hält.